„Portugal begann für mich nicht mit Lissabon“
- Portugal begann für mich mit einer Landschaft, die ich so vorher noch nie gesehen hatte.
- Als Berufskraftfahrer war ich damals für DHL unterwegs.
- Meine Fahrt führte mich von Lüttich über Frankreich und Spanien weiter nach Portugal.
- Und plötzlich war ich in einer Welt, die mir landschaftlich völlig neu vorkam.
„Mein Name ist Jakob Diener“
- Ich bin freiberuflicher Journalist aus Nordrhein-Westfalen in Deutschland.
- Außerdem bin ich gelernter Logistiker, Berufskraftfahrer und Kraftverkehrsmeister.
- Viele Jahre war ich beruflich in Europa unterwegs und habe dabei Länder nicht nur als Tourist kennengelernt.
- Ich habe Europa auf Straßen, an Grenzen, in Raststätten, auf Betriebshöfen und in vielen persönlichen Begegnungen erlebt.
„Meine erste Fahrt nach Portugal“
- Meine erste Reise nach Portugal war deshalb keine klassische Urlaubsreise.
- Ich kam als Berufskraftfahrer in ein Land, dessen Sprache ich nicht beherrschte.
- Von Spanien kommend führte mein Weg vermutlich über Vilar Formoso nach Portugal.
- Dieser Grenzübergang war für mich damals wesentlich mehr als nur eine Stelle auf der Landkarte.
- Hier begann für mich ein völlig neuer Abschnitt meiner Fahrt.
„Vilar Formoso“
- Vilar Formoso war für den internationalen Verkehr ein wichtiger Übergang zwischen Spanien und Portugal.
- Für mich blieb aber vor allem die Landschaft in Erinnerung.
- Auf der spanischen Seite hatte ich noch eine andere Landschaft vor Augen.
- Nach dem Grenzübertritt änderte sich mein Eindruck.
- Plötzlich sah ich riesige Granitfelsen, große Felsblöcke, Schluchten und eine teilweise sehr gebirgige Landschaft.
- Diese Eindrücke sind mir bis heute geblieben.
„Eine Landschaft verändert sich“
- Heute kann man solche Landschaften natürlich auf Fotos, in Videos und über digitale Karten kennenlernen.
- Damals saß ich einfach in meinem Lkw und fuhr durch diese Gegend.
- Ich konnte nicht vorher im Internet nachsehen, wie die Landschaft hinter der nächsten Kurve aussehen würde.
- Ich musste sie selbst entdecken.
- Genau deshalb ist mir diese erste Fahrt nach Portugal bis heute so deutlich im Gedächtnis geblieben.
„Von der Straße nach Lissabon“
- Später ging es weiter Richtung Lissabon.
- Dort begann für mich ein ganz anderes Portugal.
- Jetzt ging es nicht mehr nur um Straßen, Entfernungen und Ladung.
- Jetzt kam der Kontakt mit den Menschen hinzu.
- Und damit kam auch ein Problem.
- Ich konnte kein Portugiesisch.
„Wenn zwei Menschen sich verstehen wollen“
- In einem kleinen Restaurant oder einer Bar in Lissabon wollte ich etwas essen.
- Auf der Speisekarte entdeckte ich Bacalhau.
- Das kannte ich zwar vom Namen her, aber ich wollte natürlich auch wissen, wie dieser portugiesische Klassiker tatsächlich schmeckt.
- Ich wollte deshalb zweimal Bacalhau bestellen.
- Nur war mein Portugiesisch ungefähr so gut wie meine damalige Kenntnis portugiesischer Speisekarten.
- Also praktisch nicht vorhanden.
„Mein erster Portugiesisch-Kurs“
- Was anschließend passierte, war wahrscheinlich mein persönlicher erster Portugiesisch-Kurs.
- Es wurde gesprochen.
- Ich versuchte zu erklären, was ich wollte.
- Die Bedienung versuchte herauszufinden, was ich meinte.
- Irgendwann entstand eine herrliche sprachliche Verwirrung.
- Ich hatte den Eindruck, etwas wie „Dusche“ verstanden zu haben.
- Also erklärte ich sinngemäß, dass ich keine Dusche brauche.
- Ich wollte zweimal Bacalhau.
- Irgendwann verstanden wir uns.
- Und dann mussten wir beide lachen.
- Genau das ist mir bis heute wichtig.
- Es war kein perfekter Sprachunterricht.
- Aber es war echte Kommunikation.
„Man muss nicht perfekt sprechen“
- Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass Sprache mehr ist als Grammatik und Vokabeln.
- Manchmal reicht zunächst der Versuch.
- Man muss nicht jedes Wort perfekt aussprechen.
- Man muss nicht sofort komplette Sätze beherrschen.
- Wichtig ist, dass man bereit ist, miteinander zu kommunizieren.
- Und manchmal hilft dabei auch eine Portion Humor.
„Heute ist vieles einfacher“
- Wenn heute ein junger Mensch aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien oder den Niederlanden nach Portugal reisen möchte, sieht die Situation völlig anders aus.
- Man muss nicht erst in Portugal ankommen, um Portugiesisch kennenzulernen.
- Portugiesisch kann bereits vor der Reise gelernt werden.
- Und dafür gibt es in Europa erstaunlich viele Möglichkeiten.
„Die Schule“
- Der erste Einstieg kann bereits während der Schulzeit erfolgen.
- Je nach Land, Region und Schule gibt es Portugiesisch als Unterrichtsangebot, als zusätzliches Sprachangebot oder als freiwillige Arbeitsgemeinschaft.
- Gerade diese AGs finde ich interessant.
- Sie erinnern mich daran, dass Sprachlernen schon lange nicht ausschließlich auf den normalen Stundenplan beschränkt sein muss.
- Eine Schule kann ihren Schülerinnen und Schülern damit einen zusätzlichen Zugang zu einer europäischen Sprache und Kultur eröffnen.
„Nicht jede Schule ist gleich“
- Natürlich kann man nicht behaupten, dass Portugiesisch an jeder europäischen Schule angeboten wird.
- Die Schulsysteme unterscheiden sich teilweise erheblich.
- Auch innerhalb eines Landes können sich die Angebote von Region zu Region und von Schule zu Schule unterscheiden.
- Genau deshalb sollte man immer vor Ort nachfragen.
- Die grundsätzliche Möglichkeit, Portugiesisch bereits im schulischen Bereich zu lernen, gibt es aber in verschiedenen europäischen Ländern.
„Die Universität“
- Die nächste Möglichkeit ist die Hochschule.
- Portugiesisch wird an europäischen Universitäten beispielsweise als Sprachkurs, innerhalb romanistischer Studiengänge oder als Bestandteil internationaler Studienangebote vermittelt.
- Damit kann aus einem ersten Interesse an der Sprache auch ein wissenschaftlicher oder beruflicher Schwerpunkt werden.
„Noch mehr als ein Sprachkurs“
- Besonders interessant wird es bei den Angeboten des portugiesischen Instituto Camões.
- Dort gibt es im Ausland nicht nur klassische Sprachvermittlung.
- Zum Angebot gehören unter anderem schulische Programme, Hochschulangebote, portugiesische Sprachzentren, Lektorate und akademische Lehrstühle.
- Damit verbindet sich Sprache mit Kultur und Wissenschaft.
„Camões“
- Das Instituto Camões ist deshalb für unseren europäischen Blick besonders interessant.
- Die portugiesische Sprache wird nicht einfach irgendwo als zusätzliches Fach angeboten.
- Sie wird international systematisch gefördert.
- Camões unterstützt dabei verschiedene Bildungsstufen und bietet außerdem Möglichkeiten zum digitalen Lernen.
- Damit reicht das Angebot vom schulischen Bereich bis zur Hochschule und darüber hinaus.
„Sprachschulen“
- Natürlich gibt es auch ganz normale Sprachschulen.
- Dort kann man Portugiesisch als Fremdsprache lernen, unabhängig davon, ob man später in Portugal arbeiten, studieren, Urlaub machen oder einfach eine weitere europäische Sprache beherrschen möchte.
- Gerade für Erwachsene können Sprachschulen eine interessante Möglichkeit sein.
- Man muss schließlich nicht mehr Schüler oder Student sein, um eine neue Sprache zu lernen.
„Volkshochschulen und Erwachsenenbildung“
- Auch die Erwachsenenbildung gehört deshalb in unser Bild.
- In Deutschland können solche Angebote beispielsweise über Volkshochschulen und andere Bildungseinrichtungen laufen.
- In anderen europäischen Ländern gibt es vergleichbare Einrichtungen.
- Die Namen und Strukturen unterscheiden sich.
- Das Prinzip ist aber ähnlich.
- Menschen können auch nach der Schul- oder Studienzeit eine neue Sprache lernen.
„Portugiesische Kulturvereine“
- Eine weitere Möglichkeit sind portugiesische Kulturvereine und Gemeinschaften.
- Hier kommt ein wichtiger Unterschied hinzu.
- Man lernt eine Sprache nicht nur aus einem Lehrbuch.
- Man kann gleichzeitig Menschen kennenlernen, portugiesische Kultur erleben und mehr über Traditionen, Musik, Geschichte und das alltägliche Leben erfahren.
- Damit wird aus dem Sprachkurs eine Begegnung.
„Europa ist mehrsprachig“
- Und genau hier beginnt für mich der eigentliche Gedanke hinter unserem Jugendnetzwerk „Europa verbindet“.
- Europa besteht nicht nur aus Staaten und Grenzen.
- Europa besteht auch aus Sprachen.
- Wer Portugiesisch lernt, öffnet damit eine Tür zu Portugal und zur portugiesischsprachigen Welt.
- Gleichzeitig lernt man aber auch etwas über das eigene Europa.
„Spanien und Portugal“
- Für Spanien ist Portugiesisch natürlich besonders interessant.
- Die beiden Sprachen gehören zur romanischen Sprachfamilie und weisen viele Gemeinsamkeiten auf.
- Das bedeutet allerdings nicht, dass man Portugiesisch automatisch versteht.
- Die Ähnlichkeiten können beim Lernen helfen.
- Sie können aber auch zu lustigen Missverständnissen führen.
- Auch das gehört zum Sprachenlernen.
„Frankreich, Italien und die Niederlande“
- Auch in Frankreich und Italien gibt es Möglichkeiten, Portugiesisch zu lernen.
- In den Niederlanden findet man ebenfalls entsprechende Hochschul- und Sprachangebote.
- Damit wird deutlich, dass Portugiesisch nicht auf die Iberische Halbinsel beschränkt ist.
- Die Sprache ist längst Bestandteil eines größeren europäischen Bildungsraumes.
„Und es geht noch weiter“
- Auch in weiteren europäischen Ländern gibt es Angebote.
- Dazu gehören beispielsweise Österreich, Belgien, Luxemburg, Polen, Schweden, Finnland und verschiedene mittel- und osteuropäische Länder.
- Die Formen unterscheiden sich.
- Mal steht die Universität im Mittelpunkt.
- Mal gibt es schulische Angebote.
- Mal übernehmen Kulturinstitutionen oder Sprachzentren eine wichtige Rolle.
- Und manchmal verbindet ein Angebot mehrere dieser Bereiche miteinander.
„Portugiesisch online“
- Heute kommt noch eine Möglichkeit hinzu, die es zu meiner ersten Portugal-Fahrt in dieser Form natürlich nicht gab.
- Man kann Portugiesisch online lernen.
- Camões bietet beispielsweise digitale Portugiesischkurse mit unterschiedlichen Betreuungsformen an.
- Vom selbstständigen Lernen bis zum betreuten Unterricht ist vieles möglich.
- Damit spielt es im Grunde keine entscheidende Rolle mehr, ob der nächste Portugiesischkurs zehn Kilometer oder tausend Kilometer entfernt stattfindet.
„Portugiesisch für den Beruf“
- Interessant finde ich außerdem, dass Portugiesisch nicht ausschließlich für Urlaub und Freizeit gelernt werden kann.
- Es gibt auch Angebote für berufliche Zwecke.
- Dazu gehören beispielsweise Portugiesisch für Wirtschaft, Recht, Journalismus sowie Tourismus und Hotellerie.
- Das zeigt, dass eine Sprache auch ein berufliches Werkzeug sein kann.
- Als Berufskraftfahrer habe ich diese Bedeutung von Sprache schon früh kennengelernt.
„Erasmus und Europa“
- Für junge Menschen kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu.
- Programme wie Erasmus+ ermöglichen internationale Erfahrungen während Ausbildung und Studium.
- Eine Sprache zu lernen und anschließend selbst in ein anderes europäisches Land zu gehen, gehört für mich deshalb ganz selbstverständlich zusammen.
- Man lernt die Sprache.
- Man fährt oder fliegt in ein anderes Land.
- Man trifft Menschen.
- Man erlebt eine andere Kultur.
- Und plötzlich wird Europa persönlich.
„Die europäische Karte“
- Genau deshalb gefällt mir die Idee einer europäischen Karte zu diesem Thema.
- Sie soll nicht zu einem riesigen Verzeichnis sämtlicher Sprachschulen Europas werden.
- Sie soll vielmehr zeigen, wie viele unterschiedliche Wege es gibt, Portugiesisch zu lernen.
- Schule.
- Universität.
- Sprachschule.
- Erwachsenenbildung.
- Kulturverein.
- Camões.
- Online-Angebote.
- Europäische Mobilität.
- Das reicht völlig.
„Von meiner ersten Fahrt bis heute“
- Wenn ich an meine erste Fahrt nach Portugal zurückdenke, muss ich manchmal schmunzeln.
- Ich kam damals über die Straße nach Portugal.
- Ich konnte kein Portugiesisch.
- Und irgendwann saß ich in einem kleinen Restaurant und versuchte, zweimal Bacalhau zu bestellen.
- Heute kann ein junger Mensch bereits vor der ersten Reise Portugiesisch lernen.
- Vielleicht in der Schule.
- Vielleicht an einer Universität.
- Vielleicht in einer Sprachschule.
- Vielleicht online.
- Vielleicht gemeinsam mit anderen Jugendlichen in einem Kulturprojekt.
- Das ist ein gewaltiger Unterschied.
„Sprache verbindet“
- Für mich ist genau das ein Teil von Europa.
- Wir müssen nicht alle dieselbe Sprache sprechen.
- Wir müssen auch nicht alle dieselbe Kultur haben.
- Im Gegenteil.
- Die Vielfalt macht Europa interessant.
- Aber wir brauchen Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren.
- Jede zusätzliche Sprache kann dabei eine neue Tür öffnen.
„Mein Fazit“
- Meine erste Begegnung mit Portugal begann auf einer Straße.
- Sie führte über Vilar Formoso weiter durch eine Landschaft, die ich bis heute nicht vergessen habe.
- Später kam Lissabon.
- Und dort begann mein persönlicher, etwas ungewöhnlicher Portugiesischkurs mit Bacalhau.
- Heute gibt es für junge Menschen wesentlich mehr Möglichkeiten.
- Portugiesisch kann in Europa gelernt werden.
- In der Schule.
- An der Universität.
- In Sprachschulen.
- In der Erwachsenenbildung.
- In Kulturvereinen.
- Über Camões.
- Und online.
- Genau deshalb gehört Portugiesisch für mich hervorragend zu „Europa verbindet“.
- Denn manchmal beginnt Europa nicht bei einer politischen Diskussion.
- Manchmal beginnt Europa ganz einfach mit einem Wort, das man in einer anderen Sprache ausprobiert.
- Und manchmal endet eine solche Geschichte mit zweimal Bacalhau und sehr viel Gelächter.



